Kennst du das auch? Dir kommt eine Idee, erst ganz klein und ganz leise spukt sie in deinem Kopf herum und wird mit der Zeit immer lauter. Zwischendurch raunst du ihr ein pssst zu, weil sie dich nun wirklich nervt. Sie lässt dich einfach nicht in Ruhe und das, obwohl du ihr und dir ständig erzählst, das geht doch eh nichtwie soll das denn gehen.  Das war für mich beim großen Thema Nachhaltig Leben der Fall, im speziellen geht es hier jetzt um Plastikfrei bzw Plastikarm.

Plastik Frei – was bedeutet das für uns eigentlich? 

Was bedeutet Plastikfrei für uns eigentlich? Vor ca 2 Jahren habe ich beim Wdr eine spannende Doku über eine Familie gesehen, die für einige Wochen komplett auf Plastik in ihrem Haushalt verzichtet hat. Puh dachte ich, das sieht anstrengend aus: so viel organisieren, wer hat denn da Zeit zu? Wer kann sich das denn leisten? Das halten die doch nie durch? Und was soll das überhaupt, wenn müssten das doch alle machen! Spannend was das Ego einem erzählt oder ?  Und doch ließ mich das Thema nicht los. Immer wieder stieß ich nun darauf und begann mich im kleinen damit auseinander zu setzen. Es packte mich quasi am Schopf und zeigte mir spontan Dinge auf die ganz wichtig sind.  Zum Beispiel kauften wir für unseren Sohn nur Öko-Windeln, was spannenderweise auch im Urlaub in Südeuropa kein Problem war. Immer wieder habe ich überlegt auf Stoffwindeln umzusteigen und habe doch den schnief nicht bekommen, was ich heute echt bedaure. Dann beim nächsten Kind 😉 Außerdem entschied ich mich nach der Geburt auf eine Menstruations -Tasse umzusteigen anstatt Tampons zu benutzen. Sonnencreme mache ich nun schon seit 2 Jahren selber. Alle Pflegeprodukte, Haushaltsmittel und Lebensmittel kaufen wir in Bio Qualität.  Doch in unserem Alltag im Badezimmer, in der Küche, beim Einkaufen, beim Müll fehlte mir das Einsparen von Plastik Verpackungen immer  noch gewaltig.

Umsetzung in den Alltag

Somit begann ich zu recherchieren. Ich fragte mich, wie kann das bei uns Zuhause klappen, wie beim einkaufen, wie bei Pflegeprodukten, wie im Urlaub. Im www findest du viele super Artikel und ich begann meinen Mann zu infizieren. Mit dem Kauf der Bücher Green parenting und Plastik frei konnten und wollten wir unsere Verantwortung für unsere Erde nicht mehr leugnen. Für beide Bücher gibt es eine 100 % Empfehlung, denn sie sind super informativ und haben so viele einfache Idee wie du deinen Alltag Plastik ärmer gestaltest.  Ihr könnt euch vielleicht vorstellen das wir in vieler Hinsicht echt entsetzt waren. Unsere Outdoor Kleidung, die wir so sehr lieben, besteht in der Regel zu 100% aus Polyester also Plastik. Waschen wir diese, gelangen Millionen Einzelteile in unser Wasser und damit in unseren Lebensraum. Die Bilder von verdrecktem Meer voller Plastik spukte in unseren Köpfen. Täglich sehen wir beim draussen sein verdreckte Spazierwege und Wälder. Klar waren die vorher schon da, und gesehen haben wir das auch und ja natürlich fanden wir das schrecklich. Doch haben wir uns da eher über die Anderen aufgeregt, wie können die bloß, wer macht denn so was und so weiter. Vielleicht kennt ihr das, die Schuld, die Verantwortung schön auf Andere schieben.  Doch es geht uns alle an!. Wir können etwas tun, wir können dazu beitragen dass unsere Welt wieder gesünder wird und sie auch für alle nachfolgenden Generationen noch ein wunderbarer Ort zum Leben ist!  Deshalb ist tun gefragt, nicht drumherum labern!

Wie Ghandi so schön sagte:
„Sei du die Veränderung, die du  in der Welt sehen möchtest!“

Wir wollten etwas ändern und was dabei herausgekommen ist stelle ich euch vor:

1.) Plastikarm einkaufen

Wir kaufen in der Regel im Bioladen und bei unserem Bauern um die Ecke. Hier kann ich alles einzeln kaufen und komplett auf Plastik verzichten. Auch Käse kaufen wir ohne Verpackung, in dem wir unsere Vorratsdosen mitnehmen. Das geht auch bei vielen Edeka und Rewe Märkten schon. Wenn ihr euch nicht sicher seid, fragt nach.
Auch in den Discountern ist es immer mehr möglich Verpackungsfrei einzukaufen. Oft entscheiden wir uns bewusst für etwas anderes, wenn das Gewünschte nur in der Plastik Verpackung da ist. Spannenderweise wird der Einkauf dann meist billiger als gedacht, denn wir kaufen viel weniger ein, weil viele Lebensmittel einfach nicht mehr in Frage kommen.
Für den Kauf von Toilettenpapier haben wir noch keine Alternative gefunden, benutzen die Verpackung dann als Mülltüte. Habt ihr eine Idee?

2.) Pflegeprodukte

Im Bad sind wir auf Holzzahnbürsten, Holzbürsten und Seife am Stück umgestiegen. Für Zahnpaste, Shampoo meines Mannes, Tagescreme brauchen wir aktuell unsere Vorräte von Alverde auf und werden uns dann an die Alternativen ran machen. Diese haben wir aus den oben genannten Büchern. Leen von Aufbruch zum Umdenken hat auf Instagram jetzt die Zahnpasta Tabs von DM vorgestellt. Was sie schreibt hört sich richtig gut an und die Tabs landen beim nächsten DM Einkauf auf jeden Fall in unserem Wagen. – >  Nachtrag zu den Tabs: ich habe sie doch nicht gekauft, denn die Tabs die ich bisher gesehen habe enthalten viel Fluorier. Als Alternative zur Alverde Zahnpaste putzen wir mal mit Natron und/oder Xylith. Fällt das Zähneputzen warum auch immer aus, gibt es ein Xylith Bonbon.
Ich benutze seid einigen Wochen gar kein Shampoo mehr, sondern spüle mir alle 5 Tage mit Natron und Apfelessig die Haare. Unbedingt zu empfehlen! Meine Haare sehen viel gesünder aus, sind weicher und bekommen trotz jahrelangem Strähnen ihre normale Haarfarbe zurück. Auch meiner Kopfhaut geht es richtig gut. Zum Thema Schminke, ich benutze Mascara von der Firma Alverde und das so selten, dass ich vielleicht einmal im Jahr etwas kaufe. Alternative zum Plastikrasierer habe ich beim Waschbär einen Edelstahl Rasierer Zum Thema Schminke, ich benutze Mascara von der Firma Alverde und das so selten, dass ich vielleicht einmal im Jahr etwas kaufe., den ich bald testen möchte.
Ich freu mir echt nen Ast über unsere leeren Badregale.  Wir überlegen gerade tatsächlich unseren Spiegelschrank abzugeben, denn dieser ist quasi leer.

3) Waschmittel und Reinigungsmittel

Auch hier brauchen wir aktuell noch unsere Vorräte auf und haben gleichzeitig begonnen die Mittel selbst herzustellen. Das Waschmittel haben wir schon ausprobiert, Eugen hat dafür ein Rezept aus Besser leben ohne Plastik probiert. Ich schreibe euch alle Rezepte unten detailliert auf. Unsere Erfahrung nach mehrmaliger Benutzung ist super positiv, die Wäsche riecht richtig gut, alles wird sauber und sie fühlt sich auch ohne Trockner viel weicher an. Ich weiss ehrlich gesagt nicht, warum ich vorher dachte sie würde schlecht riechen und stumpf und hart sein. Naja wie schön lernen doch ist 🙂  Als Reinigungsmittel habe ich schon öfter Natron mit Wasser vermischt, was wirklich super sauber macht und Kalkflecken richtig gut entfernt. Zusätzlich stehen Orangenreiniger und Allzweckspray auf unserer Do it yourself Liste
Als Putzlappen verwenden wir alte Baumwolltücher, auch aus alter Kleidung aus Baumwolle können diese super easy gemacht werden. Wer Nähaffin ist, kann sie perfekt umnähen, einfach sauer abschneiden geht auch. Meist ist es bei so einem Projekt ja eh so, dass die Schränke erstmal noch gut gefüllt sind und man sich gleichzeitig über Alternativen Gedanken machen kann und diese dann auch ausprobiert.

4) Kleidung

Ja Kleidung merke ich, ist ein Riesending, im Grunde ist fast überall Plastik drin. Alles was Biobaumwolle ist, kostet ein Schweinegeld und eine neue Garderobe damit ist aktuell nicht drin. Deshalb ist Altes auftragen angesagt, Kleidung wenn Neu dann Baumwolle am besten Bio und eigentlich einfach alles gebraucht kaufen. So kann nach und nach auch im Kleiderschrank Nachhaltigkeit entstehen und dabei auch Minimalismus. Das mag ich sehr gerne, was für ein Wunder, dass sowohl mein Mann und ich schon immer eher spartanisch mit Klamotten warne beziehungsweise echt wenig neu kaufen.
Für unsere Polyester Kleidung haben wir den Waschbeutel von guppyfriend bestellt. Er fängt die Kunsstoffasern beim waschen auf und du kannst sie dann einfach im Müll entsorgen. Hier ist echt spannend, was sonst noch so im Beutel landet.

5) Trinkwasser und Trinkflaschen

Wir haben in unserer Stadt zum Glück sehr gutes Trinkwasser und können somit Leitungswasser trinken. Als Sprudelwasser kaufen wir nur noch Glasflaschen. Jeder von uns hat eine eigene Kleen Kanten (siehe amazon), die für Ausflüge gefüllt werden.

5) Spielzeug

Beim Spielzeug unseres Sohnes haben wir von Anfang an Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. Er hat fast nur Holzspielzeuge und das Meiste gebraucht. Auch bei Büchern kaufen wir ganz selten neu, nur wenn ich das gewünschte Buch nicht gebraucht finde. Wir kaufen und verkaufen unsere Bücher ( und auch Elektronik Artikel)super gerne bei Reby.

6) Arbeitsmaterialen

Da zu Nachhaltigkeit für uns auch die Holzrodung und damit die Papierherstellung gehört, verwenden wir jedes Papier so lange bis kein Platz mehr drauf ist. Unsere Einkaufszettel sehen echt lustig aus und machen meist noch mehr Freude. Wir erledigen Listen etc hauptsächlich am smartphone und PC und speichern dies dort ab. Bücher kaufen wir gebraucht oder achten auf die Qualität.  Für meinen Lieblingskugelschreiber bestellen wir die Mienen immer nach, da hab ich was von und die Umwelt auch.
Einige mögen jetzt denken, Smartphone und PC sind auch Plastik.Ja natürlich das stimmt. Doch mein letztes Smartphone hat nach 8 Jahren den Geist aufgegeben und der Mac auf dem ich schreibe ist auch schon 7 Jahre alt. Und solange die Dinge ihren Zweck erfüllen bleiben sie bei uns. Wir kaufen sie neu, wenn es tatsächlich nötig ist und dann auch gebraucht.

7) Internet Bestellungen

Ein Thema das mich sehr beschäftigt und auch noch weiterhin tun wird. So vieles bestellen wir im Internet, am liebsten bestelle ich bei Firmen die auf Nachhaltigkeit setzen. Doch meist haben diese nur ein Produkt was ich brauche oder möchte und im Grunde bestell ich dann bei fünf Anbietern jeweils ein Teil. Naja, das ist für mich nicht nachhaltig. Deshalb schaue ich tatsächlich erst ob Amazon alles hat und lasse es mir in einem Karton liefern. Genauso sammeln wir unsere Bestellungen bis wir eine Grössere zusammen haben. Das fühlt sich schon etwas besser an. Ich bedaure sehr, dass in unsere Nähe keine entsprechenden Läden sind, dann würde ich viel vor Ort kaufen. Doch bei einem Fahrtweg von 30 km pro Strecke mit dem Auto fehlte mir die Nachhaltigkeit. Hier ist für uns noch viel Luft nach oben und ich bin gespannt welche Lösungen wir finden.

Fazit

Wie ihr seht ist es echt möglich schon im Kleinen super viel zu tun, um Plastikarm zu leben. Komplette Plastikfreiheit finde ich schwierig, doch möchte ich es nicht als unlösbar abstempeln. Denn wir stehen gerade am Anfang.  Beim Schreiben des Artikels ist mir klar geworden, was wir in kurzer Zeit schon geschafft haben. Die Liste ist bestimmt nicht vollständig, es gibt noch viele kleine Schrauben und doch bin ich echt stolz, dass wir damit begonnen haben. Das gehört zu unserem Wunsch nach selbstbestimmten Leben dazu. Gerne freue ich mich über weitere Ideen und Tips von Euch, an welcher Stelle wir noch drehen können. Es macht richtig Bock für sich zu sorgen und auch für unsere Erde. Und mit dem Tun  kommen wieder neue Ideen. Unser nächstes Projekt wird ein kleiner Kompost in unserem Garten. Dazu berichte ich euch wieder!

Bis dahin,

alles liebe
Eure Lisa

 

 

Rezepte 

Orangenreiniger: braucht ca 2 Wochen zum einwirken, entfernt Kalk und Fettflecken, Fliesenreiniger

  • Schale einer Orange in ein Schraubglas mit Essig auffüllen. Nach 2 Wochen Sud abseihen und in eine Sprühflasche umfüllen.

Allzweckspray: zum Fensterputzen, für alle glatten Oberflächen oder als Fleckenspray

  • 1/4 stück Kernseife in  500 ml erhitzen Wasser für 1-2 Stunden einlegen. Nach der Einwirkest das Seifenstück rausnehmen und die Lauge in eine Sprühflasche umfüllen. Vor jeden Gebrauch gut schütteln.

Badreiniger: 

  • 400 ml Wasser, 3 EL Essigessenz, 1 EL Spülmittel, 2 EL Zitronensäure in einer Sprühflasche mischen und die Flächen damit einsprühen. Kurz einwirken lassen, mit Wasser abspülen und mit einen Tuch Nachreiben.

Backpulver selber herstellen:

  • pro 100 Gramm Mehl. 1 Gramm Natron und 1 EL Essig.  Der Essig kommt erst am Ende des Rührvorgang dazu.

Waschmittel: ergibt 3 Liter für 15 Waschgänge, 24 h Wartezeit

45 Gramm Kernseife ohne EDTA, 6 EL Waschsoda, 3* 1 Liter heißes Wasser, 20-50 Tropfen Duftöl ( wir nehmen Lavendel )

  • Die Seife mit der Küchenreibe fein raspeln und mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen. Solange mit einem Schneebesen rühren bis sich die Seife aufgelöst hat. Nach 1 Stunde erneut 1 Liter kochendes Wasser jetzt mit Soda und Duftöl hinzugeben. Nach einer weiteren Stunde erneut 1 Liter kochendes Wasser hinzugeben und umrühren. Nach 24 h gut durchrühren und eine eine leere Falsche füllen. Vor Gebraucht schütteln. Nicht für Wolle und Seide geeignet.

Sonnencreme: LSF 20

Es gibt die Möglichkeit mit Non -Nano  Zinkoxid zu arbeiten oder ohne, wir machen sie ohne dafür mit Himbeerkernöl, diese stelle ich euch vor

  • 50 gr Kokosöl, 100 gr Sesamöl, 15 ml Himbeerkernöl, 3 EL Karottenöl, 2 gr geriebenes Bienenwachs, 20 Tropfen Lavendelöl
  • Zubereitung: Kokosöl mit dem Bienenwachs und Sesamöl in einem Topf vorsichtig zum schmelzen bringen. Den Topf vom Herd nehmen und alle weiteren Zutaten rasch unterrühren. In ein Gefäß füllen und an einem kühlen Ort lagern, ggf sogar im Kühlschrank ( ab 20 Grad wird sie schon sehr flüssig). Haltbarkeit mindestens 1 Jahr, dann ist sie bei uns aktuell 2 Erwachsen und 1 Kleinkind auch fast aufgebraucht